Solarsiedlung “Am Schlierberg” in Freiburg
im Breisgau
Die Solarsiedlung “Am Schlierberg” liegt im südlichen
Teil von Freiburg im Breisgau, ist aber vom Stadtzentrum in zehn Minuten mit
dem Fahrrad zu erreichen. Innerhalb des im Grünen eingebetteten Stadtviertels
ist die Siedlung auch für diejenigen, die sie zum ersten Mal besuchen, rasch
erkennbar an der Farbenfreudigkeit ihrer Häuser. In dieser Siedlung ist die
Vision einer ökologischen und energieeffizienten Architektur Wirklichkeit
geworden.
Die 50 Reihenhäuser sind vom
Freiburger Architekten Rolf Disch projektiert worden, der nicht nur in
Deutschland für seine äusserst energieeffizienten Häuser sehr bekannt ist. Die
Hauptkriterien seiner Architektur sind „Energieeffizienz“ und „Nachhaltigkeit“.
Diese beiden Kriterien findet man in allen seinen Gebäuden.
Schnitt durch einPlusenergiehaus
Das Besondere an den Häusern “Am Schlierberg” ist, dass sie mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, weshalb ihr Erfinder sie „Plusenergiehäuser“ getauft hat.
Die Häuser haben eine extrem gute Wärmedämmung und ihr Energiestandard
ist der eines Passivhauses (≤15 kWh/m2a). Das Bausystem besteht aus
einem Holzskelett und hölzernen Füllelementen, in denen sich die Wärmedämmung
befindet und die beidseitig holzverschalt sind. Die Fenster haben einen U-Wert
von < 1,0 W/m2K
und sind somit dreimal effizienter als normale, doppelverglaste Fenster. Um
Wärmebrücken zu vermeiden sind die Balkone keine auskragenden Elemente, sondern
stehen selbständig vor der Südfassade.
Die Heizung basiert prinzipiell auf zwei Quellen: die
Sonne und die aus der Abluft zurückgewonnene Wärme. Die Sonnenstrahlen können
im Winter bis tief in die Räume eindringen, während im Sommer das Dach und die
Balkone die Fensterfronten verschatten, wodurch die Innentemperaturen immer im
Komfortbereich liegen. Im Winter entzieht die mechanische Lüftungsanlage der
Abluft die Wärme mittels eine Wärmetauschers, der sie an die eintretende
Frischluft weitergibt. Ein Reihenhauses der Freiburger Solarsiedlung bedarf nur
etwa ein Zehntel der Heizwärme, die ein konventionelles Reihenhaus erfordert.
Der wirkliche Hit der Häuser “Am Schlierberg” sind die Dächer. Die nach Süden ausgerichteten
Dachflächen sind vollständig mit Solarmodulen belegt und diese erzeugen
Elektrizität, die in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Dank dieser
Photovoltaik-Anlagen werden die Häuser zu Kleinkraftwerken, sie ausserdem den
Vorteil haben, dass sie kein CO2 ausstossen. Der erzeugte Strom wird gemäss EEG
von der Elektrizitätsgesellschaft zu einem Spezialpreis abgenommen und folglich
ist die Solaranlage für den Besitzer auch eine Einkommensquelle aus der die
Investitionskosten zurückfliessen.
Das “Sonnenschiff”
Die Plusenergiehäuser “Am
Schlierberg” sind vor dem Lärm der vielbefahrenen Strasse durch den grossen
Baukomplex des „Sonnenschiffs“ geschützt, ein mehrgeschossiges Gebäude, in dem
sich Läden, Büros und Wohnungen befinden. Der Komplex fügt sich somit gut in
das nachhaltige Konzept der Siedlung ein.
Das „Sonnenschiff“ ist fast
150 Meter lang und bietet auf drei Geschossen etwa 5000 m2 Büro- und
Ladenfläche sowie 1500 m2 Wohnungsfläche. Auf dem Dach befinden sich
fünf Penthäuser und Gärten. Im Untergeschoss ist eine Autoeinstellhalle
untergebracht.
Das Gebäude wird
ausschliesslich mit erneuerbaren Energien betrieben. Ein nur mit Biomasse
betriebenes Blockheizkraftwerk (Holzabfälle) erzeugt Heizwärme und elektrischen
Strom. Auf dem Dach befinden sich Photovoltaik-Anlagen, die den von ihnen
erzeugten Strom ins Netz einspeisen. Die Baumaterialien sind entsprechend
ihrer Umweltverträglichkeit ausgewählt worden. Nicht verbaut wurden zum Beispiel
PVC-haltige Materialien.
Rolf Disch






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