Das
Haus “Wohnen & Arbeiten”
Das Gebäude “Wohnen & Arbeiten ” in
Freiburg im Breisgau wurde vom Architekturbüro id-Architektur projektiert und zwischen
1998 und 1999 gebaut. Es steht auf einem Grundstück des Vauban-Quartiers. Im Gebäude sind 16
Wohnungen, das Büro eines Technikers, das Büro eines Verlags und das Atelier
eines Künstlers untergebracht. Die Grösse der Wohnungen variiert zwischen 36 m2
e 170 m2. Das Gebäude hat eine Primärstruktur, die in einer
wärmegedämmten Aussenhaut eingeschlossen ist, und eine Sekundärstruktur, der die
Treppen, die Laubengänge auf der Nordseite und die Balkone auf der Südseite zugehören
und die von der gedämmten Primärstruktur getrennt ist.
Südfassade
Die Geschossflächen,
die dem Arbeiten dienen, können je nach Bedürfnis der Benutzer frei unterteilt
werden und die zwei an diese Flächen anschliessenden Wohnungen können mit den
Arbeitsräumen verbunden werden. Innerhalb der von der Hausinstallation
gesetzten Grenzen, können die Bewohner die Lage von Küche und Bad entsprechend
ihren Vorstellungen bestimmen.
Nordfassade
Die beheizte Fläche des Gebäudes beträgt 1396
m2 und das von der
mechanischen Lüftungsanlage bediente Volumen 3699 m3. Dank seiner
effiziente Wärmedämmung und der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung hat das
Gebäude den Energiestandard eines Passivhauses. Der spezifische Wärmebedarf
beläuft sich auf 13,2 kWh/(m2a)
und wird gedeckt durch ein mit Erdgas betriebenes Heizkraftwerk mit einer
thermischen Leistung von 14,5 kWt , das auch elektrischen Strom
erzeugt. Das Heizkraftwerk ist jedoch nicht die einzige Wärmequelle. Zwischen
April und September wird das Warmwasser für den Hausgebrauch zu 100 Prozent von
auf dem Dach installierten Sonnenkollektoren bereitgestellt, die eine Fläche
von insgesamt 54 m2 haben. Auf dem Dach befindet sich auch
Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 3,47 kWp.
Westfassade
An die einzelnen Räume wird die Wärme
mittels Radiatoren abgegeben und nicht wie in anderen Passivhäusern mit der Zuluft,
um störende Luftbewegungen zu vermeiden. Die Lüftungsanlage saugt in erster
Linie die verbrauchte Luft aus den Räumen ab. Der Luftstrom ist konstant, aber
auch durch die Bewohner regulierbar. Im Winter passiert die kalte Aussenluft
einen Wärmetauscher, und wird mit der in der Abluft enthaltenen Wärme erwärmt.
Im Sommer, wenn man die Fenster öffnen kann, führt die Anlage den Räumen keine Frischluft
zu, aber die verbrauchte Innenluft wird weiterhin abgesaugt.
Auf Empfehlung des Fraunhofer Instituts
für Solare Energiesysteme (ISE) wurde 47 Prozent der Südseite verglast. Die
verglaste Fläche ist somit etwas grösser als das für Passivhäuser empfohlene Mass.
Mit dieser Lösung konnte die natürliche Belichtung der Räume verbessert werden
zumal die Fassade von den Balkonen und von grossen Bäumen verschattet wird, die
im Sommer vor zu viel Sonne schützen. Nur die Fenster des dritten
Obergeschosses und die nach Osten und Westen orientierten sind mit Sonnenstoren
ausgerüstet.



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