Schon der Name “Sunny Woods” beschreibt die
Idee des Architekten: Bauen mit der Sonne und mit Holz, einem nachwachsenden
Material. Nur das Untergeschoss des Gebäudes ist aus Beton gebaut.
Das Gebäude steht an der Peripherie Zürichs,
in der Nähe eines Waldes, auf einem nach Südwesten abfallenden Hang, von
welchem aus man eine herrliche Aussicht auf die Gipfel von den Berner bis zu den Glarner Alpen hat. Die
Ortsplanung erlaubt eine hohe Dichte: auf jede Wohneinheit entfallen nur 250 m2
Grundstücksfläche.
Sunny Woods - Südfassade
Baukonzept
Wohnungsebene mit den Schlafzimmern
Das
Eindrucksvollste an dem Gebäude ist ganz sicher die Südfassade mit ihren grossen
Fenstern und ihrer Holzverkleidung, eigentlich etwas Unübliches für ein
Niedrigenergiehaus. Der Architekt wollte
jedoch zeigen, dass auch ein energieeffizientes Gebäude grosse Fenster haben
kann. Regulierbare, äussere, horizontale Lamellenstoren verhindern im Sommer
eine Überhitzung der Räume. Die Storen können per Telekommando oder von Hand
bedient werden.
Die Ausführung als
Holzbau war mit einige Problemen verbunden, weil das Zürcher Baureglement keine
Holzbauten von vier Geschossen zuliess. Weil jedoch das Baureglement damals
gerade überarbeitet wurde, war es möglich mit dem Bauamt eine Lösung
auszuhandeln, zumal immer zwei Wohnungen eine gemeinsame Fluchttreppe mit
Ausgang nach draussen besitzen.
Sunny Woods - Schnitt
Claudia
Eichenberger, eine der ersten Bewohnerinnen erzählt: “Vor dem Kauf einer der
Wohnungen haben wir uns andere ähnliche Gebäude angeschaut um eine Idee zu
haben, wie diese Niedrigenergiehäuser aussehen. Deshalb kannten wir deren
Eigenschaften. Die Wohnungen in „Sunny Woods“ bieten jedoch einen sehr viel
grösseren Komfort als andere ähnlichen Typs oder als konventionelle Wohnungen. Auch
nach längerer Abwesenheit ist die Luft in den Zimmern nicht abgestanden und es
gibt keine Zugserscheinungen“.
Essplatz und Küche
Die innere
Ausstattung der Wohnungen wurde mit den Käufern abgesprochen. Diese hatten die
Möglichkeit zu bestimmen, wo sie die Zwischenwände, die elektrischen Steckdosen
und die Schalter haben wollten. Sie konnten die Küchen- und Bäderausstattung
sowie den Anstrich der Wände selbst wählen.
Der Restwärmebedarf
von “Sunny Woods” beläuft sich auf 14,4 kWh/m2a. Dieser Energiestandard ist das
Resultat einer Kombination verschiedener Elemente:
- Günstiges Verhältnis von Aussenfläche zu Volumen (S/V)
- Klare Trennung von beheizten und nicht beheizten Zonen
- Wärmedämmung: 26 cm zwischen beheizten und nicht beheizten Zonen;
33 cm auf den Fassaden
- Einsatz von Vakuum-Isolations-Paneelen dort, wo grössere Dicken des
Dämmmaterials Probleme hervorgerufen hätten (Dachterrasse, Fensterrahmen)
- Eingangstüren von einer Stärke von 8 cm (U = 0,25 W/m2K)
- Fehlen von Warmwasserleitungen in nicht beheizten
Zonen.
Die Ausrichtung des Grundstücks nach Süden
begünstigt Nutzung der Sonnenenergie. Fast alle Räume
konnten nach Süden orientiert werden. Die Sudfassade ist fast völlig verglast (U-Wert = 0,6 W/m2K). Dadurch sind auch im
Winter Nettowärmegewinne erreichbar. Die Boden in schwarzem Schiefer und die
darunterliegenden Betondecken speichern di gewonnene Wärme. Die 65 cm
vorspringenden Decken beschatten die Fassade und minimieren die Gefahr einer
sommerlichen Überhitzung.
Energiekonzept
Der Energieverbrauch für Heizung, Lüftung und Warmwasser entspricht dem Standard eines Passivhauses. Der Restenergiebedarf wird durch eine Photovoltaik-Anlage gedeckt, die An das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist. Der jährliche Energieverbrauch ist somit fast null.
Erneuerbare Energien
In die Südfassade sind Sonnenkollektoren mit
Vakuum-Röhren integriert, die nicht nur Warmwasser erzeugen, sondern auch das
Balkongeländer bilden. Die Absorber in den Röhren können entsprechend dem
Einfallswinkel der Sonnenstrahlen reguliert werden. Die Balkongeländer sind somit
halbtransparent und beeinträchtigen nicht die Aussicht von den Wohnungen auf
die Umgebung.
Die Dachfläche ist vollständig von
Photovoltaik-Modulen bedeckt, die elektrischen Strom für die Heizung, die
Lüftung und die Warmwasseraufbereitung erzeugen. Die Anlage ist im Hinblick auf
einen Anschluss ans öffentliche Stromnetz geplant worden. Rechnet man mit einer
Amortisationszeit von 25 Jahren, kostet eine kWh 1,20 sfr (0,82 €). Die Anlage
wurde mit Beiträgen des Bundesamtes für Energie und der
Elektrizitätsgesellschaft der Stadt Zürich finanziert.
Zusatzenergien
In Zeiten, in denen die Sonneneinstrahlung
unzureichend ist, erzeugt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die notwendige Energie.
Diese Pumpe befindet sich in einem Technikraum, in welchem auch der
Warmwassertank und das Zentralaggregat der Lüftungsanlage untergebracht sind.
Jede einzelne Wohnung besitzt einen solchen Raum. Diese Dezentralisierung hat
folgende Vorteile:
- Erhöht das Verantwortungsbewusstsein der Bewohner und deren
Kenntnisse betreffend innovativer Technologien;
- Vermindert
die üblichen Reibereien zwischen den Bewohnern, die man von Miethäusern
her kennt;
- Der
Technikraum beansprucht wenig Platz und befindet sich innerhalb der wärmegedämmten
Zone des Gebäudes;
- Die Leitungen sind sehr kurz, die Energieverluste entsprechend gering.
Lüftung und Heizung
Der geringe Wärmebedarf hat es erlaubt, auf
eine konventionelle Heizungssystem zu verzichten. Die frische Aussenluft wird
in einem Erdwärmetauscher vorgewärmt, wenn sie dann im Technikraum die
gewünschte Temperatur erreicht hat, wird sie in die Wohnräume durch in die
Decke eingelegte Rohre eingeblasen: im unteren von oben, im oberen Geschoss von
unten. In jedem Geschoss ist der Luftstrom individuell regulierbar.
Installationen
Heizung: Vorheizung der Luft durch Erdwärmetauscher, Wärmepumpe
für die Nachheizung und die Warmwasseraufbereitung
Lüftung: Mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung
Warmwasser: Sonnenkollektoren, Wärmepumpe
Elektrizität: Photovoltaikanlage auf dem Dach
Schweizer Solarpreis
2002
“Sunny Woods” hat den Schweizer Solarpreis 2002 erhalten






















