Zwei Solarhäuser in Colorado
Einer der
Pioniere der solaren Technik war der amerikanische Ingenieur George Löf. 1945 projektierte er einen solaren
Luftkollektor, den er auf dem Dach eines schon bestehenden Bungalows in
Boulder, Colorado, installieren liess. Sein Ziel war es, eine einfache und
wirtschaftliche Anlage zu bauen. Im ersten Winter nach der Inbetriebnahme
deckte der Kollektor 26 Prozent des häuslichen Wärmebedarfs. Die noch fehlende
Wärme wurde durch eine konventionelle Ölheizung erbracht. Löf, der ein
ausgesprochener Optimist war, meinte man hätte mit ein paar einfachen,
technischen Änderungen auch 55 Prozent des Wärmebedarfs decken können. Die
anfänglichen Defekte bestanden aus dem Bruch der Glaslamellen, hervorgerufen
durch die thermische Dilatation, sowie Wärmeverlusten durch undichte Leitungen
und Ventile.
Boulder
House 1945
Der Wirkungsgrad des
Luftkollektors mit übereinander angeordneten Lamellen variierte, je nach
Luftgeschwindigkeit und Zahl der Lamellen, zwischen 30 und 60 Prozent. Die
Warmluft aus dem Kollektor wurde am Dachfirst gesammelt und in einen Speicher
geleitet, der aus einem Kieskoffer im Untergeschoss des Bungalows bestand. Wenn
die Luft den grössten Teil ihrer Wärme an den Speicher abgegeben hatte, kehrte
sie zum Kollektor auf dem Dach zurück. Die Raumheizung erfolgte über den
Speicher. Die Raumluft durchströmte den Kiesspeicher, erwärmte sich dort und
kehrte in die Zimmer zurück. Bei Bedarf konnte die Warmluft aus dem Kollektor
auch direkt in die Räume eingeblasen werden.
Nach der Anlage in Boulder baute Löf
für sich selbst ein Haus in Denver, Colorado, auf dem er eine Reihe von nach
Süden geneigten Flachkollektoren installierte. Die von der Sonne erwärmte Luft
wurde mittels eines Ventilators in den unteren Teil von zwei vertikalen
Kiesspeichern eingeblasen, trat am oberen Teil abgekühlt wieder aus und kehrte
in die Kollektoren zurück. Jede der beiden Speichersäulen hatte einen
Durchmesser von einem Meter und war 4,9 Meter hoch.
Die kalte Luft aus den Zimmern trat
in das System unter der Zimmerdecke ein, durchquerte den Kollektor und den
Speicher. Die Warmluft gelangte hingegen über Öffnungen im Fussboden in die
Zimmer. Bei Bedarf leiteten automatisch
funktionierende Ventile die Warmluft direkt in die Zimmer.
Im Winter 1959-60 deckte das System
26 Prozent des Wärmebedarfs, also sehr viel weniger als gedacht, denn Löf hatte
den Deckungsgrad auf 60-70 Prozent geschätzt. Zum Glück hatte das Haus auch
eine Ölheizung, so dass die Bewohner nicht ganz im Kalten sitzen mussten.
Schema der solaren Heizanlage des Hauses von George
Löf in Denver, Colorado
(Quelle: Anderson & Riordan)


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