In Freiburg im Breisgau, unweit der
Solarsiedlung “Am Schlierberg”, steht, in einer herausragenden Position, das
Haus Heliotrop® des
Architekten Rolf Disch, ein zylindrischer Turm, der sich dreht und dem
Sonnenlauf folgt. Der Name „Heliotrop“ ist der griechische Name der
Sonnenblume, die sich dem Volksglauben nach, immer in Richtung der Sonne dreht.
Bild: Rolf Disch
Das Gebäude ist eine Konstruktion aus
standardisierten Holzelementen. Die Geschosse entwickeln sich um
einen zentralen, 14 Meter hohen Kern, in welchem sich die elektrischen
Installationen und eine Wendeltreppe befinden. Die Geschosse haben den
Grundrisse eines Vielecks mit 18 Seiten. Die Wohn- und Arbeitsgeschosse sind
untereinander durch die Wendeltreppe verbunden und können durch Zwischenwände
und Möbel entsprechend der polygonalen Fassadenteilung unterteilt werden. Von
der Terrasse auf dem Dach hat man eine herrliche Aussicht auf die neuen
Stadtviertel Freiburgs und auf die Berge des Schwarzwaldes.
Auf der Dachterrasse steht eine Photovoltaikanlage
mit einer nominalen Leistung von 6,6 kWp, deren Neigung automatisch
der Sonne nachgeführt wird. Die Anlage liefert fünf bis sechs Mal so viel Strom als im
Gebäude benötigt wird. Die Solarmodule schützen die Terrasse ausserdem vor
Sonne und Regen.
Der zentrale Kern ist auf einer drehbaren Plattform montiert, die durch
einen Elektromotor bewegt wird. Der Mechanismus erlaubt es, den verglasten Teil
des Zylinders im Winter gegen die Sonne zu orientieren und im Sommer in
entgegengesetzter Richtung. Die Isolierverglasung
des Turmes ist dreifach und hat einen U-Wert von 0,5 W/m2K. Die
nichtverglasten Fassadenteile sind bestens wärmegedämmt (U = 0,12 W/ m2K).
Mit der Drehung des Turms ändert sich auch die Aussicht, die man von den Räumen
hat.
Alle Räume werden hauptsächlich von der Sonne geheizt. Der Restwärmebedarf
wird durch Sonnenkollektoren gedeckt, deren Vakuumröhren horizontal in die
Brüstungen montiert sind, sowie von einem Erdwärmetauscher.
Bild: Rolf Disch
Das Heliotrop in Freiburg ist ein
Prototyp, in welchem Disch zu Versuchszwecken verschiedene Heizungssysteme installiert
hat, zum Beispiel Lamellendeckenstrahler aus Kupfer, die auch im Sommer zur
Kühlung eingesetzt werden können. Eine zweite Anlage ist ein Solarspeicher, der
das Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung unterstützt, wenn es eine Nachheizung
braucht. Im Sommer übernimmt dieses System die Funktion einer
Klimatisierungsanlage und verstärkt den Kühleffekt der Strahlungsdecken.
Das Regenwasser wird gesammelt und zum Geschirrspülen und in der
Waschmaschine verwendet. Die organischen Abfälle werden zusammen mit den
Fäkalien in einer Trockenkompostieranlage behandelt, das Abwasser wird in einer
Pflanzenkläranlage gereinigt. Auf diese Weise trägt die Gebäudetechnik zum
sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen bei und kehrt das Wasser nach
seiner Benutzung wieder in den natürlichen Kreislauf zurück.
Das Konzept von Heliotrop zeigt die Machbarkeit auf, verschiedene
innovative Technologien, hoher Wohnkomfort und Umweltschutz sich nicht
gegenseitig ausschliessen. Nach Heliotrop
sind weitere Gebäude diese Typs realisiert worden, unter anderen der Solarturm
der Firma Hansgrohe und ein mobiles Heliotrop wurde in Basel im Rahmen der Swissbau
(1996) ausgestellt.


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