mercoledì 28 settembre 2016

Solararchitektur in Europa (6)

Heliotrop®

In Freiburg im Breisgau, unweit der Solarsiedlung “Am Schlierberg”, steht, in einer herausragenden Position,  das Haus Heliotrop® des Architekten Rolf Disch, ein zylindrischer Turm, der sich dreht und dem Sonnenlauf folgt. Der Name „Heliotrop“ ist der griechische Name der Sonnenblume, die sich dem Volksglauben nach, immer in Richtung der Sonne dreht.

 


Bild: Rolf Disch

Das Gebäude ist eine Konstruktion aus standardisierten Holzelementen. Die Geschosse entwickeln sich um einen zentralen, 14 Meter hohen Kern, in welchem sich die elektrischen Installationen und eine Wendeltreppe befinden. Die Geschosse haben den Grundrisse eines Vielecks mit 18 Seiten. Die Wohn- und Arbeitsgeschosse sind untereinander durch die Wendeltreppe verbunden und können durch Zwischenwände und Möbel entsprechend der polygonalen Fassadenteilung unterteilt werden. Von der Terrasse auf dem Dach hat man eine herrliche Aussicht auf die neuen Stadtviertel Freiburgs und auf die Berge des Schwarzwaldes.

Auf der Dachterrasse steht eine Photovoltaikanlage mit einer nominalen Leistung von 6,6 kWp, deren Neigung automatisch der Sonne nachgeführt wird. Die Anlage liefert fünf bis sechs Mal so viel Strom als im Gebäude benötigt wird. Die Solarmodule schützen die Terrasse ausserdem vor Sonne und Regen.

Der zentrale Kern ist auf einer drehbaren Plattform montiert, die durch einen Elektromotor bewegt wird. Der Mechanismus erlaubt es, den verglasten Teil des Zylinders im Winter gegen die Sonne zu orientieren und im Sommer in entgegengesetzter Richtung. Die Isolierverglasung des Turmes ist dreifach und hat einen U-Wert von 0,5 W/m2K. Die nichtverglasten Fassadenteile sind bestens wärmegedämmt (U = 0,12 W/ m2K). Mit der Drehung des Turms ändert sich auch die Aussicht, die man von den Räumen hat.

Alle Räume werden hauptsächlich von der Sonne geheizt. Der Restwärmebedarf wird durch Sonnenkollektoren gedeckt, deren Vakuumröhren horizontal in die Brüstungen montiert sind, sowie von einem Erdwärmetauscher.


Bild: Rolf Disch

Das Heliotrop in Freiburg  ist ein Prototyp, in welchem Disch zu Versuchszwecken verschiedene Heizungssysteme installiert hat, zum Beispiel Lamellendeckenstrahler aus Kupfer, die auch im Sommer zur Kühlung eingesetzt werden können. Eine zweite Anlage ist ein Solarspeicher, der das Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung unterstützt, wenn es eine Nachheizung braucht. Im Sommer übernimmt dieses System die Funktion einer Klimatisierungsanlage und verstärkt den Kühleffekt der Strahlungsdecken.

Das Regenwasser wird gesammelt und zum Geschirrspülen und in der Waschmaschine verwendet. Die organischen Abfälle werden zusammen mit den Fäkalien in einer Trockenkompostieranlage behandelt, das Abwasser wird in einer Pflanzenkläranlage gereinigt. Auf diese Weise trägt die Gebäudetechnik zum sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen bei und kehrt das Wasser nach seiner Benutzung wieder in den natürlichen Kreislauf zurück.

Das Konzept von Heliotrop zeigt die Machbarkeit auf, verschiedene innovative Technologien, hoher Wohnkomfort und Umweltschutz sich nicht gegenseitig ausschliessen. Nach Heliotrop sind weitere Gebäude diese Typs realisiert worden, unter anderen der Solarturm der Firma Hansgrohe und ein mobiles Heliotrop wurde in Basel im Rahmen der Swissbau (1996) ausgestellt.

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