martedì 27 settembre 2016

Solararchitektur in Europa (4)

Das erste Passivhaus Deutschlands

Das erste Passivhaus Deutschlands wurde 1991 in Darmstadt-Kranichstein fertiggestellt. Das Gebäude war von der Firma Rasch & Partner nach einem Projekt des Architekturbüros Bott/Ridder & Westermeyer in Darmstadt realisiert worden. Das Passivhauskonzept stammt von dem schwedischen Architekt Hans Eek und dem deutschen Physiker Wolfgang Feist. Feist, der damals beim Darmstädter Institut “Wohnen und Umwelt“ arbeitete, hat das Darmstädter Projekt wissenschaftlich begleitet. Dr. Feist ist auch der Gründer und Leiter des 1996 gegründeten Passivhaus Instituts in Darmstadt.


Das Passiv-Mehrfamilienhaus in Darmstadt-Kranichstein – Südfassade


Das Passivhaus in Darmstadt-Kranichstein ist ein dreigeschossiges Reihenhaus mit insgesamt vier Wohnungen. Jede Wohnung hat eine Wohnfläche von 156 m2. Das Untergeschoss des Gebäudes ist gegen oben wärmegedämmt. Die Aussenwände der oberen Geschosse bestehen aus einer Verbundkonstruktion mit 30 cm Wärmedämmung. Das Pultdach ist eine Holzkonstruktion und hat eine 40 cm dicke Wärmedämmung. Die Fenster haben Spezialrahmen und eine Dreifach-Isolierverglasung. Der Zwischenraum zwischen den Scheiben ist mit Kryptongas gefüllt.
                                                                      
Ab 1991 wurde in dem Haus ein Kontroll- und Messprogramm durchgeführt. Dieses Programm wurde von der Stiftung Wüstenrot und dem Hessischen Umweltministerium finanziert. Im Rahmen des ersten Messperiode waren noch nicht alle Dämmarbeiten beendet, aber in den darauffolgenden Perioden war der Heizwärmeverbrauch (Erdgas) aller Wohnungen geringer als 12 kWh/(m2a), das heisst er betrug nur ein Zwanzigstel des durchschnittlichen Verbrauch deutscher Wohnungen. Auch die anderen häuslichen Energieverbräuche waren sehr gering. In den acht Jahren, in denen Messungen erfolgten, betrug der Gesamtenergieverbrauch (für Heizung, Warmwasseraufbereitung, mechanische Lüftung, Beleuchtung und andere Nutzungen) weniger als 33 kWh(m2a), d.h. 3 kWh(m2a) mehr als vorher berechnet.


Das Passivhaus in Darmstadt-Kranichstein – Innenansicht einer Wohnung. Die grossen Südfenster stellen ein optimale Sichtverbindung zur Umgebung her und verhelfen dem Gebäude auch im Dezember und Januar zu Solargewinnen, die grösser sind als die Wärmeverluste.

In jeder der vier Wohnungen des Gebäudes war vorsichtshalber auch eine konventionelle Radiatorenheizung vorgesehen, weil man sich in der Projektierungsphase noch nicht sicher war, ob das Lüftungssystem allein in der Lage sein würde, die notwendige Wärme bereitzustellen. Von dieser Heizung wurde jedoch nur in den Wintern 1991 bis 1993 Gebrauch gemacht, die ausgesprochen kalt waren. Die konventionelle Heizanlage verbraucht durchschnittlich 10 kWh(m2a).

Später wurden vor den Fenstern noch eine Nachtdämmung in Form von Schiebeläden aus Polyurethan mit beidseitiger Alu-Abdeckung angebracht, die sich abends automatisch vor die Fenster schieben. Dadurch konnten die nächtlichen Wärmeverluste mehr als halbiert werden.

Schemaschnitt durch das Passivhaus Darmstadt-Kranichstein.


Nach der Montage der Nachtdämmung vor den Fenstern, während der vierten und fünften Messperiode (zwischen Oktober 1994 und September 1996), konnte man die Heizung in einer der Wohnungen völlig abstellen. Der Wärmeverbrauch war praktisch auf null gesunken. Man konnte also von einem Nullenergiehaus sprechen.

Die Realisierung des Passivhauses in Darmstadt-Kranichstein hat die Effizienz des Passivhaus-Konzeptes bewiesen und gezeigt, dass es möglich ist, den Energieverbrauch von Wohngebäuden drastisch zu reduzieren, ohne den Wohnkomfort zu beeinträchtigen.


Nessun commento:

Posta un commento