Das Nullenergiehaus in
Freiburg im Breisgau
1992 wurde in Freiburg im Breisgau das erste deutsche
Nullenergiehaus eingeweiht, Das Haus, das im Rahmen eines fünfjährigen
Forschungsprogramms des Fraunhofer-Instituts errichtet wurde, sollte
energetisch autark, d.h. vollständig unabhängig vom öffentlichen Leitungsnetz
sein. Alle Energie sollte von der Sonne kommen. Alle konventionellen
Energiequellen wie Erdöl und Erdgas sollten ausgeschlossen bleiben und durch
erneuerbare Energien ersetzt werden.
Südfassade des Nullenergiehauses in Freiburg i.Br.
Architektur
Das mit der Hauptfassade nach Süden
ausgerichtete Gebäude, wurde auf einem Grundstück gebaut, das von keinen anderen
Gebäuden verschattet wird. Die Südfassade ist voll verglast aber teilweise
mittels eines transluziden Materials von 10 cm Dicke wärmegedämmt. Die
Nordfassade ist hingegen fast fensterlos und besitzt eine sehr effiziente
Wärmedämmung.
Energiekonzept
Das Herzstück der Energieversorgung ist die
Verwendung von Wasserstoff, der mithilfe von Sonnenenergie erzeugt wurde und
als Energiespeicher dient. Zur Erzeugung des Wasserstoffs wurden 44 Prozent der
von den Photovoltaik-Anlage bereitgestellten Stroms verbraucht. Die restlichen
56 Prozent wurden direkt von den haustechnischen Anlagen verbraucht oder
kurzzeitig in einer Bleibatterie gespeichert (20 kWh). Der Wasserstoff diente
dazu, mithilfe einer Brennstoffzelle (zum ersten Mal in einem
Blockheizkraftwerk eingesetzt) elektrischen Strom zu erzeugen sowie die zur
Heizung des Gebäudes notwendige Wärme. Der Einsatz der Brennstoffzelle hat
jedoch nicht zur erhofften Unabhängigkeit vom Elektrizitätsnetz geführt und
deshalb musste man in einer ersten Betriebsphase hierauf zurückgreifen. Erst
nach der Installation einer Membran-Brennstoffzelle war es den Bewohnern (Projektleiter
mit Familie) möglich, das Haus
autonom zu bertreiben.
Wenn man bedenkt, dass man mit dem Projekt
die Machbarkeit eines energetisch vollkommen autarken Hauses demonstrieren
wollte, wurden ausser der Brennstoffzelle noch andere Technologien getestet,
die mit erneuerbaren Energien arbeiten, darunter ein Absorptions-Speicher, der
auf kleinem Raum und ohne grössere Verluste die im Sommer gewonnene Wärme
speichern kann, sowie Sonnenkollektoren, die häusliches Warmwasser erzeugen.
Der Heizwärmebedarf (gemessen 0,5 kWh/(m²a)) konnte mit einer Wärmepumpe gedeckt werden, die an einen
Erdwärmetauscher angeschlossen war.
Bewertung
Wegen der hohen Betriebskosten wurde das
Freiburger Nullenergiehaus nach fünf Betriebsjahren wieder ans öffentliche
Elektrizitätsnetz angeschlossen. Das Experiment hat gezeigt, dass der Bau eines
energieautonomes Gebäudes nur dort Sinn hat, wo ein Anschluss an die
öffentlichen Energienetze nicht möglich ist oder wenn dieser Anschluss
unvertretbar teuer wäre.
Kosten
Die Investitionskosten des Nullenergiehauses
beliefen sich auf 2,6
Mio. DM (etwa 1,4 Mio. Euro), d.h. etwa das Dreifache eines normalen Hauses von
gleicher Grösse.
Bauherrschaft:
Frauenhofer-Institut für solare Energiesysteme 79100 Freiburg ise.fhg.de
Architekt:
Planerwerkstatt Hölken & Berghoff, 79279 Vörstetten

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