Ouroboros, Rosemount (Minnesota)
Am Anfang der 70er Jahre entwickelten
Studenten der Universität von Minnesota, unter Leitung von Dennis R. Holloway, das
Konzept eines Hauses, das sowohl ökologisch als auch energetisch autark sein
sollte. Mit Bezug auf die mythologische Schlange, die sich in den Schwanz
beisst, gab man dem Haus den Namen „Ouroboros“.
Ouroboros, Rosemount, Minnesota. Im Sommer
(Bild: Anderson & Riordan)
Gebaut wurde das Haus in Rosemount,
unweit der Universität. An den Bauarbeiten beteiligten sich rund 160 Studenten.
Ab 1975 wurde das Haus von einer Studentenfamilie bewohnt. Das Haus glich eher
einem Laboratorium als einer Wohnung, einem Laboratorium, das ständig verändert
wurde um neue Energie- und Energiesparsysteme auszuprobieren. Schon von Anfang an
besass das Haus einige ökologische Eigenschaften, wie sie erst später üblich
wurden: ein grünes, mit Erdschollen bedecktes Dach, einen Windgenerator zur
Stromerzeugung und eine biologische Abwasserreinigung.
Ouroboros, Rosemount, Minnesota. Im Winter
Der Grundriss und die Ausrichtung des Hauses waren im Hinblick auf das
Klima von Minnesota projektiert, das für seine kalten und stürmischen Winter bekannt
ist.
Der Grundriss
hatte die Form eines Trapezes, dessen lange Seite nach Süden ausgerichtet war. Auf
drei Seiten war das Haus fast gänzlich von Erde umgeben und das gut wärmegedämmte
und begrünte Dach reichte fast bis auf den Boden um das Haus vor den heftigen
Nord- und Ostwinden zu beschützen. Im Winter häufte sich zudem der Schnee auf
dem Dach und längs der Seitenwände und bildete eine zusätzliche Dämmung in
Zeiten, in denen es besonders kalt war.
Die gesamte Südfassade -139 Quadratmeter – war zur Sonne hin orientiert: im
oberen Teil der Fassade waren 55 Quadratmeter, um 60° geneigte
Sonnenkollektoren installiert, während sich im unteren Teil die Fenster und ein
Wintergarten befanden – alles mit Doppelverglasung versehen. Im Hinblick auf
die sehr kalten Winter waren auch die Sonnenkollektoren mit Wärmedämmgläsern
abgedeckt.
Das von der Sonne erwärmte Wasser
wurde in einem 3.800-Liter-Wassertank gespeichert, der sich, in 30 Kubikmeter
Kies und Gestein gebettet, im Untergeschoss des Hauses befand. Bevor sie in die
Wohnräume gelangte, durchquerte die Luft diese Kiesummantelung und erwärmte
sich.
John Ilse, ein
Maschinenbau-Student ersetzte später die Kollektoren durch andere eigener
Erfindung, die eindeutig effizienter waren als die zuerst installierten.
Ourobos –
Schnitt
Wenn sie auch nicht die gleiche Wichtigkeit wie die
winterliche Heizung hatte, war auch die sommerliche Kühlung des Hauses bei der
Planung von „Ouroboros“ nicht vernachlässigt worden. Auf der Südseite sprang
das Obergeschoss soweit vor, dass es im Sommer fast vollständig die Fenster und
den Wintergarten beschattete.
Die natürliche Entlüftung erfolgte über Auslässe auf der
Nordseite und am Dachfirst und entfernte überschüssige Wärme und Feuchtigkeit. Sie
wurde durch die Verdunstung der Feuchtigkeit in den Grasschollen des Daches
unterstützt.
Das Projekt kostete 95.000 US-Dollar (1975) und wurde
vollständig aus regionalen und kommunalen Mitteln finanziert, so dass auf eine Finanzierung
durch die Bundesbehörden verzichtet werden konnte.



Nessun commento:
Posta un commento