Das Solarhaus in Freiburg-Tiengen
Das Solarhaus in Freiburg-Tiengen ist ein dreistöckiges
Mehrfamilienhaus, das 1978 gebaut wurde. Im Vergleich mit anderen Gebäuden aus der
gleichen Zeit ist es sehr energieeffizient, dank der zwei Batterien von
Sonnenkollektoren auf der Südseite des Daches. Die beiden Anlagen funktionieren
immer noch mit einem Wirkungsgrad, der zwischen 51 und 53 Prozent liegt, und
erzeugen jährlich zwischen 26.000 und 32.000 kWh Wärme (1979-1983).
Das
Solarhaus in Freiburg-Tiengen (Bild: ISFH)
Das Solarhaus in Freiburg-Tiengen wurde 1978 im Rahmen
eines sozialen Wohnungsbauprogrammes errichtet. Das dreistöckige
Mehrfamilienhaus enthält 12 Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt 657
m². Auf den nach Süden orientierten Dachflächen sind zwei
Sonnenkollektoranlagen mit Vakuumröhren installiert, die Warmwasser erzeugen,
dass zur Gebäudeheizung dient. Verglichen mit dem üblichen Standard von damals,
hat dieses Wohngebäude einen relativ niedrigen Heizwärmebedarf, weil es viel
besser wärmegedämmt ist und auch effizientere Fenster besitzt als andere
Wohnhäuser der damaligen Zeit.
Ansicht des Solarhauses von Süden 1978
Das Haus war das erste Wohngebäude in Deutschland, das
mit Vakuumröhren-Kollektoren ausgerüstet und wissenschaftlich überwacht wurde,
um verlässliche Daten für zukünftige Projektierungen zu gewinnen. Die
Entscheidung zwei getrennte Kollektoranlagen zu installieren, eine zur
Erzeugung von häuslichem Warmwasser, die
andere nur zu Heizzwecken, ist im Hinblick auf diese Datenerfassung geschehen.
Zum ersten Mal sind auch Simulationsmethoden entwickelt worden, die die
Dimensionierung solcher Anlagen erlauben.
Energiekonzept
Die zwei
Kollektoranlagen treten in Betrieb entsprechend den erzielbaren solaren
Strahlungsgewinnen und bedienen zwei Versorgungssysteme: die häusliche
Warmwasserversorgung sowie die Heizung. Beide Kreisläufe besitzen zwei Speicher:
einen mit geringerer Temperatur, der der Vorheizung dient, der zweite enthält
Wasser höherer Temperatur. Die zwei Kollektorbatterien arbeiten zwar getrennt,
aber können abwechselnd beide Kreisläufe versorgen. Prioritär ist die
Aufbereitung häuslichen Warmwassers, das das ganze Jahr über gebraucht wird. Die
erste Kollektorbatterie erwärmt zuerst einen 1500-Liter-Tank, der das häusliche
Warmwasser (Temperatur 60°C) enthält, anschliessend führt sie Wärme einem
1000-Liter-Tank zu, der Warmwasser höherer Temperatur enthält.
Die zweite Kollektorbatterie erwärmt das Wasser des
Heizungssystems: zuerst erwärmt sie das Wasser, das in einem 15.000-Liter-Tank gespeichert
ist, anschliessend führt sie Wärme einem 5000-Liter-Tank zu, der Wasser höherer
Temperatur enthält. Im Sommer erwärmt die nicht zur Warmwasseraufbereitung
benötigte Wärme das Wasser des Heizungssystems. Im Fall, dass die von den
beiden Kollektoranlagen bereitgestellte Wärme nicht ausreicht, um das Wasser
bis zur gewünschten Temperatur zu erwärmen, tritt ein Ölheizkessel in Betrieb.
Funktionsschema
der Solaranlage und des Heizsystems
Schon damals, als das
Gebäude errichtet wurde, waren drei Wohnungen mit einem zentralen
Zwei-Kanal-Lüftungssystem ausgestattet. Durch einen Kanal floss Frischluft zu, der andere führte die
verbrauchte Luft nach draussen ab.
Verglichen mit
anderen, in der gleichen Epoche errichteten Gebäuden ähnlicher Zweckbestimmung,
ist das Solarhaus in Freiburg-Tiengen, dank seiner guten Wärmedämmung und
seiner zwei Solaranlagen, als hoch energieeffizient zu betrachten. In den 25
Jahren seines Betriebs (1978-2003) hat es etwa 2.740 MWh (274.000
Liter Heizöl) weniger verbraucht als ein Wohnhaus vergleichbarer Grösse.
Erstaunlich ist auch, dass die beiden Kollektoranlagen
ohne Unterbrechung und mit einem Minimum an Unterhalt so lange funktioniert und
etwa 650 MWh Wärme produziert haben.
Anschrift: Rebstockweg 3+5 in Freiburg-Tiengen
Baujahr: 1978
Quellen: Freiburger Stadtbau GmbH (FSB), Institut für
Solarenergieforschung GmbH Hameln/Emmerthal (ISFH)



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