martedì 20 settembre 2016

Solararchitektur in den USA (5)

Das Haus von Steve Baer in Corrales, New Mexico

Steve Baer, geboren 1938 in Los Angeles, war schon in seiner Jugend fasziniert von den Büchern Louis Mumfords. Seinen Militärdienst leistete er zwischen 1960 und 1963 bei den in Deutschland stationierten US-Truppen ab. Danach zog er mit seiner Frau nach Zürich, wo er als Schweisser arbeitete bis er sein Mathematikstudium  an der Eidgenössischen Hochschule beginnen konnte.

Er interessierte sich vor allem für innovative Baustrukturen, insbesondere für polyedrische Stabwerke. Nach seiner Rückkehr nach Albuquerque in New Mexico gründete er, zusammen mit Barry Hickman und Ed Heinz, eine kleine Firma di sich „Zomeworks Corporation“ nannte. Die drei begannen mit Metallkonstruktionen versciedener Form und Grösse zu experimentieren. Während jener Zeit begann Baer sich auch für Sonnenenergie als Energiequelle für Heizung und Kühlung von Gebäuden zu interessieren. Dabei entwickelte er sich zu einem der überzeugtesten Verfechter von passiven Solarsystemen.

Im Winter 1971-1972 baute Steve Baer in Corrales, einem kleinen Ort in der Nähe von Alburquerque, ein kleines Haus für sich und seine Familie. Dieses Haus bestand aus zehn polyedrischen Kuppeln (zome), zehn miteinander verbundenen Zwölfflächnern verschiedener Grösse, welche die Innenräume bildeten. Die Wand- und Dachflächen bestanden aus Kartonelementen in Zellkonstruktion, die mit Polyurethan ausgeschäumt und aussen mit Aluminiumfolie kaschiert waren.


Baer Solar House in Corrales, New Mexico (Bild: Anderson & Riordan, p. 164)


Das Haus hatte vier nach Süden ausgerichtete Glasfassaden hinter denen Reihen von Wasserbehältern als Wärmespeicher übereinander gestapelt waren. Die Unterseiten der Behälter waren schwarz gestrichen damit sie möglichst viel Sonnenstrahlung absorbieren konnten. Während der Nacht und an bewölkten Tagen konnten die Fensterflächen durch grosse, wärmegedämmte Läden geschlossen werden. Diese Läden hatten unten Scharniere , so dass man sie kippen und aufrichten konnte. Die Läden bestanden wie die Wandflächen aus ausgeschäumten und mit Aluminium verkleideten Kartonelementen. An Sonnentagen waren sie heruntergeklappt und lagen fast horizontal am Boden, so dass die Aluminiumverkleidung zusätzliche Sonnenstrahlung auf die Fassaden und Wassertanks reflektierte.

Obwohl Baers Idee genial war, funktionierte das System leider nicht so wie erhofft. Die Läden schlossen nicht hermetisch und so kam es zu beträchtlichen Wärmeverlusten an kalten und sonnenlosen Tagen. Auch verteilte sich die Wärme in den Wassertanks nicht gleichmässig: auf der schwarzen Fassadenseite war das Wasser wärmer als raumseitig.

Immerhin war das solare System mit den Wassertanks in der Lage gut 75 Prozent des Wärmebedarfs zu decken. Für den Bedarfsfall besass das Haus ausserdem noch zwei Holzöfen. Insgesamt war die Anlage durchaus zufriedenstellend.

Die Wassertanks verteilten ihre Wärme mittels Strahlung und Konvektion. Die Wärmeverteilung in den Räumen konnte mittels Vorhängen reguliert werden, die hinter den Wassertanks hingen. Die Speichermasse bestand aus 22.000 Liter Wasser, aus dem Betonboden des Hauses sowie der Mauern aus ungebrannten Lehmziegeln.


Weitere Besonderheiten des Hauses waren zwei Sonnenkollektoren und ein Windrad, das das Wasser in die Tanks pumpte. Auch erhielt das Haus Wärme durch die Dachfenster und andere Öffnungen im Dach. Insgesamt hatte das Haus 55 Quadratmeter Glas- und Fensterfläche, die nach Süden, Südwesten und Südosten ausgerichtet waren.



Das Haus Davis in Corrales, New Mexico


Davis Solar House in Corrales, New Mexico (Bild: Anderson & Riordan, p. 51)


Das Unternehmen Zomeworks von Steve Baer und Partnern hat in New Mexico zahlreiche Häuser mit Solarheizung projektiert, Häuser mit Wasser- und Luftkollektoren und Wärmespeichern aus Steingeröll. Eines dieser Häuser gehörte Paul und Mary Davis und entstand 1972 ebenfalls in Corrales. Davis unterrichtete Englisch an der Universität von New Mexico in Albuquerque.


Das kleine Haus Davis stand Haus an einem Südhang war nur 93 Quadratmeter gross. Die Wohnräume verteilten sich auf zwei Geschosse. Im Erdgeschoss hatte das Haus eine überdeckte Terrasse. Darunter befand sich ein Untergeschoss, das zur Hälfte im Erdreich steckte. Dort waren der Sonnenkollektor und der Wärmespeicher aus Steingeröll Untergeschoss untergebracht. Die Heiz- und Klimatisierungsanlage basierte auf Luftzirkulation und brauchte keine mechanische Energie. Auch dieses von Baer projektierte Haus liess sich bis zu 75 Prozent mit der Sonne heizen.

Davis Solar House in Corrales, New Mexico – Solares Heizungssystem

(Bild: Anderson & Riordan, p. 51)

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