Das Haus von Steve Baer in Corrales, New Mexico
Steve Baer, geboren
1938 in Los Angeles, war schon in seiner Jugend fasziniert von den Büchern
Louis Mumfords. Seinen Militärdienst leistete er zwischen 1960 und 1963 bei den
in Deutschland stationierten US-Truppen ab. Danach zog er mit seiner Frau nach
Zürich, wo er als Schweisser arbeitete bis er sein Mathematikstudium an der Eidgenössischen Hochschule beginnen
konnte.
Er interessierte
sich vor allem für innovative Baustrukturen, insbesondere für polyedrische
Stabwerke. Nach seiner Rückkehr nach Albuquerque in New Mexico gründete er,
zusammen mit Barry Hickman und Ed Heinz, eine kleine Firma di sich „Zomeworks
Corporation“ nannte. Die drei begannen mit Metallkonstruktionen versciedener
Form und Grösse zu experimentieren. Während jener Zeit begann Baer sich auch für
Sonnenenergie als Energiequelle für Heizung und Kühlung von Gebäuden zu
interessieren. Dabei entwickelte er sich zu einem der überzeugtesten Verfechter
von passiven Solarsystemen.
Im Winter
1971-1972 baute Steve Baer in Corrales, einem kleinen Ort in der Nähe von Alburquerque,
ein kleines Haus für sich und seine Familie. Dieses Haus bestand aus zehn polyedrischen
Kuppeln (zome), zehn miteinander
verbundenen Zwölfflächnern verschiedener Grösse, welche die Innenräume bildeten.
Die Wand- und Dachflächen bestanden aus Kartonelementen in Zellkonstruktion,
die mit Polyurethan ausgeschäumt und aussen mit Aluminiumfolie kaschiert waren.
Baer Solar House in Corrales, New Mexico (Bild:
Anderson & Riordan, p. 164)
Das Haus hatte
vier nach Süden ausgerichtete Glasfassaden hinter denen Reihen von
Wasserbehältern als Wärmespeicher übereinander gestapelt waren. Die Unterseiten
der Behälter waren schwarz gestrichen damit sie möglichst viel Sonnenstrahlung
absorbieren konnten. Während der Nacht und an bewölkten Tagen konnten die
Fensterflächen durch grosse, wärmegedämmte Läden geschlossen werden. Diese
Läden hatten unten Scharniere , so dass man sie kippen und aufrichten konnte.
Die Läden bestanden wie die Wandflächen aus ausgeschäumten und mit Aluminium
verkleideten Kartonelementen. An Sonnentagen waren sie heruntergeklappt und
lagen fast horizontal am Boden, so dass die Aluminiumverkleidung zusätzliche
Sonnenstrahlung auf die Fassaden und Wassertanks reflektierte.
Obwohl Baers
Idee genial war, funktionierte das System leider nicht so wie erhofft. Die Läden
schlossen nicht hermetisch und so kam es zu beträchtlichen Wärmeverlusten an
kalten und sonnenlosen Tagen. Auch verteilte sich die Wärme in den Wassertanks
nicht gleichmässig: auf der schwarzen Fassadenseite war das Wasser wärmer als
raumseitig.
Immerhin war
das solare System mit den Wassertanks in der Lage gut 75 Prozent des
Wärmebedarfs zu decken. Für den Bedarfsfall besass das Haus ausserdem noch zwei
Holzöfen. Insgesamt war die Anlage durchaus zufriedenstellend.
Die Wassertanks verteilten ihre
Wärme mittels Strahlung und Konvektion. Die Wärmeverteilung in den Räumen
konnte mittels Vorhängen reguliert werden, die hinter den Wassertanks hingen.
Die Speichermasse bestand aus 22.000 Liter Wasser, aus dem Betonboden des
Hauses sowie der Mauern aus ungebrannten Lehmziegeln.
Weitere Besonderheiten des Hauses waren
zwei Sonnenkollektoren und ein Windrad, das das Wasser in die Tanks pumpte.
Auch erhielt das Haus Wärme durch die Dachfenster und andere Öffnungen im Dach.
Insgesamt hatte das Haus 55 Quadratmeter Glas- und Fensterfläche, die nach
Süden, Südwesten und Südosten ausgerichtet waren.
Das Haus Davis in Corrales, New Mexico
Davis Solar House in Corrales, New Mexico (Bild:
Anderson & Riordan, p. 51)
Das
Unternehmen Zomeworks von Steve Baer
und Partnern hat in New Mexico zahlreiche Häuser mit Solarheizung projektiert, Häuser
mit Wasser- und Luftkollektoren und Wärmespeichern aus Steingeröll. Eines
dieser Häuser gehörte Paul und Mary Davis und entstand 1972 ebenfalls in
Corrales. Davis unterrichtete Englisch an der Universität von New Mexico in
Albuquerque.
Das kleine Haus Davis stand Haus an einem Südhang war nur 93 Quadratmeter
gross. Die Wohnräume verteilten sich auf zwei Geschosse. Im Erdgeschoss hatte
das Haus eine überdeckte Terrasse. Darunter befand sich ein Untergeschoss, das zur
Hälfte im Erdreich steckte. Dort waren der Sonnenkollektor und der
Wärmespeicher aus Steingeröll Untergeschoss untergebracht. Die Heiz- und
Klimatisierungsanlage basierte auf Luftzirkulation und brauchte keine
mechanische Energie. Auch dieses von Baer projektierte Haus liess sich bis zu
75 Prozent mit der Sonne heizen.
Davis Solar House in Corrales, New Mexico – Solares
Heizungssystem
(Bild: Anderson & Riordan, p. 51)



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